Derzeit werden die Folienreste ausschließlich in Zementfabriken energetisch/stofflich verwertet. Bei der Zementherstellung braucht man nicht nur viel Energie, sondern auch Bauxit oder Aluminiumoxid, um die Abbindeeigenschaften des Zements zu verbessern. Die PE-Aluminium-Folien aus der Getränkekartonaufbereitung sind daher sehr willkommen, zumal erheblich geringere Emissionen entstehen als z.B. beim Verbrennen von Steinkohle.

Drehrohrofen Zementfabrik
Im Jahr Januar 2010 wird die APK AG in Merseburg die erste Stufe einer Recyclinganlage fertigstellen, die mit einem weltweit einzigartige Verfahren Verbundmaterialien mit Hilfe organischer Lösungsmittel trennt. Nach Angaben des Unternehmens wird dabei nahezu Neuwarenqualität erreicht. Dies würde es sogar ermöglichen, die zurückgewonnen Rohstoffe auch im Lebensmittelverpackungsbereich einzusetzen. Zunächst werden die Rejekte aus der Getränkekartonaufbereitung der Niederauer Mühle verwertet. Das Verfahren eignet sich generell für alle Kunststoffverbunde und Kunststoff-Metallverbunde. Mitte 2010 wird mit dem Aufbau der zweiten Verfahrensstufe begonnen. Im Jahr darauf sollen dann mit 65 Mitarbeitern 50.000 Tonnen Verbunde aufbereitet werden. Insgesamt investiert APK mehr als 30 Millionen Euro in das Projekt.

Rund 17 Millionen Euro hat die Papierfabrik Corenso United in eine Anlage zur Aluminiumrückgewinnung investiert. Dort wurden bis 2008 zwischen 10 und 25 Prozent der insgesamt anfallenden Folienreste verwertet.
Bei einer Temperatur von 400 Grad gehen die Polymere in einen gasförmigen Zustand über. Das Aluminium bleibt bei dieser Temperatur in fester Form erhalten, wird separiert und kann als Sekundäraluminium in unterschiedlichen Produkten eingesetzt werden. Mit dem gasförmigen Kunststoff wird ein Dampfkessel erhitzt.
Den entstehenden Prozessdampf nutzt man in der Papierfabrik u.a. zum beheizen der Trockenzylinder. Außerdem treibt er eine Gegendruckturbine an die pro Jahr ca. 250 GWh Strom erzeugt. Die Anlage hat eine Wärmeleistung von 40 MW. Dies entspricht dem Wärmebedarf einer 40.000 Einwohner zählenden Stadt und ermöglicht Einsparungen von etwa 27.000 Tonnen Öl pro Jahr. Die Menge an Aluminium, die in der Anlage zurückgewonnen werden kann, liegt bei ca. 3.000 Tonnen.
Zu Beginn des Jahres 2001 nahm die Anlage den Regelbetrieb auf. Vorausgegangen war eine etwa acht monatige Bauzeit sowie ein einjähriger Probebetrieb.Der durch die Finanz- und Wirtschaftskrise ausgelöste Nachfragerückgang hat im Dezember 2008 zur Stilllegung der Hülsenkartonproduktion bei Corenso in Varkaus geführt. Das Unternehmen bemüht sich seitdem um eine Wiederinbetriebnahme.
Get the Flash Player to see the wordTube Media Player.