erfand der Amerikaner G.W. Maxwell einen Papier-Milchbehälter, der in Paraffin-Wachs getaucht wurde. Allerdings erwies es sich als schwierig, die Packungen dicht zu bekommen und ein schnelles Verderben der Milch zu verhindern.
standen in den USA die ersten wasserdichten Kartons zur Verfügung. Diese wurden vorgeformt an die Molkereien geliefert. In den frühen 20er Jahren vertrieben zehn Firmen in den USA verschiedene vorgeformte Papierkartons. Es wurden ausschließlich Milchprodukte abgefüllt.
kaufte die amerikanische American Paper Bottle Company ein Patent von John Van Wormer aus dem Jahr 1915. Das neue daran: der Karton wurde erst in der Molkerei aufgefaltet, geklebt, gefüllt und versiegelt. Im Vergleich zum vorgeformten Karton wurden dadurch erhebliche Einsparungen bei Transport und Lagerung erreicht.
beantragten die Jagenberg Werke, Düsseldorf, ein Patent für die "Perga" Packung. Im Unterschied zur Entwicklung in den USA war diese Kartonverpackung nicht auf die schnelllaufenden Maschinen großer Molkereien, sondern auf die vielen hundert kleineren Abfüllunternehmen ausgerichtet, die ihr Produkt ohne höheren technischen Aufwand abfüllen wollten. Nach anfänglichen Erfolgen bei der Verbreitung des neuen Verpackungssystems führte die wirtschaftliche und politische Krise Anfang der 30er Jahre vorerst zu einem Ende der Entwicklung in Europa.
brachte die amerikanische American Paper Bottle Company ihre "Pure-Pak"-Milchverpackung auf den Markt. Die Außen- und Innenseite des Kartons wurde durch Eintauchen in heißes Paraffin-Wachs versiegelt und der Boden verklebt. In den Molkereien wurde der Karton dann aufgefaltet, gefüllt und das Kopfteil gepresst, geheftet und unter Hitze verschlossen. Eine Reihe unterschiedlicher Packungsgrößen von 240 - 950 ml wurden angeboten.
begann der Schwede Ruben Rausing mit der Weiterentwicklung. Während seines Studiums in den USA hatte er Milchverpackungen aus Karton kennen gelernt. Die amerikanischen Verpackungsmaschinen waren für schwedische Verhältnisse zu teuer. Rausing kam auf den Gedanken, aus einem wasserdichten Karton eine Röhre zu formen, ein Ende zusammenzupressen und zu versiegeln und das andere Ende im rechten Winkel zur Dachversiegelung einzuschneiden und ebenfalls zu versiegeln. So entstand eine geometrische Form: das Tetraeder - woraus sich der Name des Unternehmens Tetra Pak ableitet.
installierte die Firma Ex-Cell-O, die inzwischen die Rechte am "Pure-Pak"-System übernommen hatte, eine neu konstruierte Abfüllmaschine in einer New Yorker Molkerei. Sie produzierten 24 Kartons in der Minute. Diese frühen Ausführungen mussten mit einem Messer geöffnet werden. 1937 verkaufte Ex-Cell-O bereits 42 Millionen Kartons.
Nach dem 2. Weltkrieg führte Tetra Pak die Entwicklung mit einer neuen Technik fort: Das Papier wurde mit Kunststoff beschichtet und der Karton unterhalb des Flüssigkeitsspiegels versiegelt. 1952 lieferte Tetra Pak die erste kommerzielle Maschine die Tetraeder-Kartons abfüllte an eine schwedische Molkerei. Im folgenden Jahr wurde die erste Maschine nach Deutschland geliefert.
Ebenfalls während dieser Zeit kamen durch die in Deutschland stationierten US-Truppen "Pure-Paks" nach Deutschland. 1958 gründete ein norwegischer Papier Ingenieur, C.A. Johansen, mit J.H. Andresen, Besitzer eines Tabak- Konzerns, die norwegische Firma ELOPAK. Mit einer "Pure-Pak"- Lizenz wurde teilweise die Milchversorgung der US Truppen in Deutschland unterstützt. ELOPAK hatte die Verkaufsrechte in Europa. Nach einem mehrere Jahre andauernden Untersuchungs- und Entwicklungsprojekt stellte Ex-Cell-O alle 5000 "Pure-Pak"-Maschinen auf Laminierung mit Polyethylen anstelle der Wachsversiegelung um. ELOPAK wechselte ebenfalls auf polyethylen-laminierten Karton.
Die "Perga-Packung" der Jagenberg AG erlebte nach dem 2. Weltkrieg eine Renaissance. In den Sechzigern war sie im europäischen Markt die am weitesten verbreitete. Erneut spielten politische Entscheidungen eine Rolle bei der technischen Entwicklung. Da viele Brunnen und Wasserleitungen während des zweiten Weltkrieges zerstört wurden, war es für die Molkereien schwierig unter sterilen Bedingungen abzufüllen. Dies führte zu einem politisch unterstützten Wechsel von der Glasflasche zum Karton. 1958 gründeten die Jagenberg Werke AG die PKL, Papier- und Klebstoffwerke Linnich GmbH, die heute unter dem Namen SIG Combibloc firmiert.
führte PKL das backsteinförmige "Blocpak"-Karton-System und Tetra Pak das "Tetra Brik"-System mit den dazugehörigen Füllmaschinen ein. Da ein kostengünstiger Transport und die platzsparende Lagerung immer wichtiger wurden, basierten die Maße der Kartons auf standardisierten europäischen Palettengrößen. Die Paraffinversiegelung wurde durch die Polyethylenlaminierung ersetzt.
kam der Durchbruch bei der aseptischen Abfüllung sterilisierter Kartons: Tetra Pak lieferte die ersten Maschinen aus. Bereits 1961 hatte man einen Prototyp auf einer Pressekonferenz vorgestellt. 1975 präsentierte auch die Firma PKL ihr aseptisches "combibloc"-System. Durch die Entwicklung dieser aseptischen Verpackungssysteme konnten neue Märkte erschlossen werden. Angefangen von H-Milch, Kondensmilch, Säften und in den späten Achtzigern Suppen, Soßen, Wasser, Weine und vielen anderen Produkten.
erwarb ELOPAK die Ex-Cell-O Verpackungs-Abteilung und wurde somit Besitzer der "Pure-Pak"-Lizenz weltweit.
Das Umweltbundesamt bewertet den Getränkekarton als "ökologisch vorteilhafte" Verpackung.
Neue Verpackungsformen und -größen, Verschlusssysteme, Gießvorrichtung und nicht zuletzt der Einsatz recyclinggerechter Rohstoffe haben u.a. dazu beigetragen, dass heute alleine in Europa täglich ca. 70 Mio. Liter Nahrungsmittel im Getränkekarton verpackt werden.
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