Mai/Juni 2009 - Der Geschäftsfüher der Deutschen Umwelthilfe (DUH), Jürgen Resch, behauptete öffentlich, das Recycling von Getränkekartons sei zum Erliegen gekommen. Nachdem der FKN dies scharf zurückgewiesen hat, will die DUH nun "wohlwollend" berechnet haben, dass im laufenden Jahr 35.000 Tonnen Verwertungskapazitäten fehlen.
In einer Pressemitteilung vom 20. Mai hatte der Fachverband Kartonverpackungen für flüssige Nahrungsmittel e.V. (FKN) eine Reihe falscher Behauptungen und haltloser Unterstellungen, die der Geschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe (DUH), Jürgen Resch, gegen die Hersteller von Getränkekartons auf einer Veranstaltung am 27. April 2009 in Stuttgart vorgebracht hatte, zurückgewiesen. Dort hatte Resch vor 250 Teilnehmern erklärt, dass das Recycling von Getränkekartons „… nach dem Konkurs der einzigen (!) angeblich funktionierenden Recyclinganlage“ zum Erliegen gekommen sei. Die Hersteller würden nach „kreativen Lösungen“ suchen, um sich ihrer Verantwortung zu entziehen.
„Diese Desinformationskampagne der DUH werden wir nicht länger hinnehmen. Die Grenze des Zumutbaren ist weit überschritten“, erklärte FKN-Geschäftsführer Prof. Dr. Hartmut Vogtmann. Die DUH wisse ganz genau, dass bis zum drastischen Nachfragerückgang auf den Sekundärrohstoffmärkten drei Papierfabriken
erfolgreich Getränkekartons recycelt haben. Die größte davon habe Resch im Rahmen einer DUH-Journalistenreise persönlich besucht. Vogtmann: „Es ist schlimm genug, dass zwei Papierfabriken ihre Anlagen zum Ende des letzten Jahres stilllegen mussten und viele Menschen ihren Arbeitsplatz verloren haben“. Die größte Verwertungsanlage mit einer jährlichen Verarbeitungskapazität von 130.000 Tonnen sei aber nach wie vor in Betrieb. In diesem Jahr würden dort 120.000 Tonnen Getränkekartons verarbeitet. „Die Umwelt braucht keine Helfer wie Herrn Resch, der diese Anlage auch noch kaputt redet und die Verbraucher verunsichert“.
Über zwei Millionen Tonnen Getränkekartons verwertet
Der FKN hatte die DUH schriftlich zur Stellungnahme aufgefordert. Darin heißt es unter anderem: „Statt Skandal zu schreien und falsche Behauptungen in die Welt zu setzen, sollten Sie anerkennen, dass die Hersteller von Getränkekartons in den letzten 20 Jahren maßgeblich zum Aufbau und der Weiterentwicklung eines qualitativ hochwertigen Recyclings von Getränkekartons beigetragen haben. In dieser Zeit sind über zwei Millionen Tonnen Getränkekartons verwertet worden. Auch wenn die ReCarton GmbH im Zuge des Wettbewerbs der Dualen Systeme seit Beginn des Jahres 2009 nicht mehr alleine für die Verwertung verantwortlich ist, werden wir alles tun, um die stoffliche Verwertung auch in einem wirtschaftlich schwierigen Umfeld sicherzustellen“.
In der Antwort der DUH vom 18.5. wurde deutlich, dass Resch sich damit nicht zufrieden geben will. Darin kündigte er an, den Sachverhalt „ab sofort auf verschiedenen Wegen aufzuklären“. Er zitiert aus einem Brief der ReCarton GmbH an Duale Systeme und erwartet die Offenlegung wettbewerbsrelevanter Firmendaten. „Das geht nun wirklich zu weit“, so Vogtmann. Es sei Resch offensichtlich vollkommen egal, ob er damit laufende Verhandlungen erschwert und er sich vor den Karren wirtschaftlicher Interessen einzelner Unternehmen spannen lässt. Überdies verkenne er, dass rein rechtlich die Verantwortung für die Verwertung bei den Dualen Systemen liege. „Wir haben uns unabhängig davon seit 1991 mit Erfolg um eine hochwertige Verwertung unserer Verpackung gekümmert und werden das auch in Zukunft mit jenen Systemen tun, die das Material nicht selbst vermarkten wollen“, so Vogtmann.
Getränkekartons bleiben ökologisch vorteilhaft
In einer Presseerklärung vom 29.6. musst die DUH zwar einräumen, dass die größte Recyclinganlage in Betrieb sei, allerdings würden nach "wohlwollenden" DUH-Berechnungen im laufenden Jahr Verwertungskapazitäten für mindestens 35.000 Tonnen fehlen. Weiter heißt es: "Seit Anfang 2009 wird in keiner Recyclinganlage mehr das Aluminium aus den deutschen Getränkekartons zurück gewonnen, große Chargen leerer Getränkekartons aus Deutschland per Lkw bis nach Spanien verschoben und schließlich werden Getränkekartons in Deutschland offensichtlich zu 'Ersatzbrennstoffen' verarbeitet und anschließend verbrannt. Unter solchen Umständen ist die Ökobilanz von Getränkekartons äußerst fragwürdig". Dazu stellte der Geschäftsführer des FKN, Prof. Vogtmann, fest: „Die Sorge, der Deutschen Umwelthilfe (DUH), der Getränkekarton könnte seine ökologische Vorteilhaftigkeit verlieren, ist unbegründet. Die DUH überschätzt den Einfluss veränderter Recyclingbedingungen auf die Ergebnisse einer Ökobilanz. Dies belegt eine aktuelle Berechnung des Instituts für Energie- und Umweltforschung (IFEU), Heidelberg, die dem Bundesumweltministerium vorliegt. Danach verschlechtert sich die Ökobilanz des Getränkekartons nur marginal, wenn man 1/3 der Sammelmenge nach Spanien statt wie bisher nach Finnland transportiert und auf die Aluminiumrückgewinnung vollkommen verzichten würde.“
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