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Mit Einweg-Sortiment offene Türen eingerannt

Februar 2006 - Ab dem 1. Mai gelten neue Pfandregeln. Dann muss jeder Händler, der Getränkedosen und Einweg-Flaschen verkauft, alle "materialgleichen" Verpackungen zurücknehmen; d.h.wer Bierdosen im Sortiment führt, muss auch die Coladosen vom Wettbewerber zurücknehmen. Branchenkenner sind sich einig: Trotz Pfand wird sich der Abwärtstrend bei Mehrweg fortsetzen.
Uneinig sind sich die Branchenexperten lediglich darin, wie schnell und in welchem Umfang Einweg zulegen wird. Während etwa Stefan Hoechter, von der Adelholzener Alpenquelle, eine sanfte Welle erwartet, rechnet Getränkefachgroßhändler Oliver Nordmann eher mit einem "Einweg-Tsunami". Wie aus einer Befragung der Lebensmittelzeitung (LZ) hervorgeht, wollen alle befragten Hersteller von Mineralwasser und kohlensäurefreien Erfrischungsgetränken mit Blick auf den 1. Mai zusätzlich Kunststoff-Einwegflaschen anbieten. Mit seinem neuen Einweg-Sortiment habe er beim Handel "offene Türen eingerannt", zitiert die LZ den Vorstand der Mineralbrunnen AG, Heinz Breuer.

Mit Pfand Geld verdienen

Mit einem großen Comeback der Dose wird bei Bier gerechnet. Schon vor Monaten räumten die ersten Handelskonzerne das von Bundesumweltminister Trittin seinerzeit als "Punkernahrung" verschmähte Dosenbier wieder in die Regale. Wenn das Pfand-Rücknahmesystem steht, sollen die derzeit nur wenig genutzten Abfüllkapazitäten von ca. zwei Millionen Hektoliter wieder voll ausgelastet werden. Der Optimismus der Braumanager hat mehrere Gründe: Zum einen sind die Handling- und Logistik-Kosten von Dosen und PET-Flaschen viel niedriger als bei Mehrwegflaschen. Dazu kommt, dass nach einer Studie des EuroHandelsinstituts in Köln (EHI) die Rücknahme von Einweg über Automaten um bis zu 50 Prozent billiger ist. Aber auch mit dem Pfand ist Geld zu verdienen: So rechnete Tomas Sjölin vom Dosenhersteller Rexam in der Süddeutschen Zeitung vor, dass es sich bei der Aluminiumdose bei einem Schrottwert von 1,5 Cent pro Einheit um eine sehr wirtschaftliche Pfand-Verpackung handelt. Nicht weniger lukrativ sind derzeit Kunststoffflaschen: Für eine Tonne PET zahlen die Entsorger über 200 Euro, für farbenreines Material sogar bis 600 Euro, weiß Dr. Günther Kabbe vom Handelsunternehmen REWE gegenüber der LZ zu berichten.

Attraktive Spanne

Obwohl das Einwegpfand den Handel nach Aussage von Metro-Manager Gerhard Weipprecht rund 1,3 Milliarden Euro an Investitionen kostet und jährlich rund 30 000 Lkw-Ladungen gebrauchter Verpackungen zu bewegen seien, biete die Dose den Händlern eine "attraktive Spanne". Nicht zu vergessen ist auch der warme Geldregen, der in die Kassen fließt, wenn die Verbraucher ihre Verpackungen nicht zurück bringen. "Derzeit werden über zehn Prozent der Flaschen nicht zurückgebracht", berichtet ein Handelsmanager, der nicht genannt werden wollte, gegenüber der LZ. Zwar wird spekuliert, dass der sogenannte "Pfandschlupf" mit der Einführung des bundesweiten Pfandssystems zurückgehen wird, um wie viel weiß allerdings niemand.

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